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Ausstellung von Thomas Fri Freydl

«Das war's .....» schreibt Thomas «Fri» Freydl auf seiner Einladung zur Vernissage. Natürlich war's das noch nicht. «Fri» hält eine Rückschau auf sein künstlerisches Schaffen während dreissig Jahren. «Ich meinte das, was ich bis jetzt gemacht habe», erläutert er. Wobei er nicht alles zeigen könne. Dagegen würden die Platzverhältnisse in Ernesto Müllers Mikrogalerie sprechen. Ausserdem seien bei denen viele Werke fest installiert, die sie gekauft haben. Wie er das Problem Retrospektive bei eingeschränktem Platz löst, zeigte Freydl in seiner Werkstatt in Ganterschwil.
«Fri» macht's spannend
Doch zuvor macht er es spannend: «Genau genommen zeige ich nur einen Ausschnitt, Ausschnitte, oder ungeschnittene, limitierte, numerierte Ausschnitte.» Der Künstler spricht dabei nicht von einen Ausschnitt als begrenzte Zeitspanne, sondern meint es gegenständlich: «Es sind Ausschnitte aus Fotos meiner Werke, die man an der Ausstellung betrachten kann.» «Wie müssig», dürfte der voreilige Kunstinteressierte von sich geben, «Fotos von Kunstwerken statt die Originale auszustellen.» Das ist ein voreiliger Schluss. «Zumindest habe ich damit das Platzproblem gelöst», schmunzelt Freydl. Doch «Fri» wäre nicht «Fri», wenn er den Vorwurf des Trivialen nicht schon vorher gedanklich pariert hätte. Also baute der Künstler eine Bildbetrachtungs-Maschine, die ihrerseits ein Kunstwerk ist.
Betrachten als Kunstvorgang
Und so beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz: Mittels des Kunstwerks lassen sich Kunstwerke betrachten und das Betrachten wird damit zum Kunstvorgang. Genau genommen hat Freydl fünf solche Kunstbetrachtungs-Maschinen gebaut. Im Handbetrieb und mit selbst gewählter Tempovorgabe kann der Schauende sich so durch das künstlerische Schaffen des in Flawil aufgewachsenen Künstlers zappen. Vorwärts, rückwärts, verharren, sich ausklinken. Vom Betrachter oder der Betrachterin wird Engagement abverlangt, doch er oder sie wird in zweifacher Weise belohnt. Der Betrachter oder die Betrachterin können sich am Streifzug durch «Fris» Welt und gleichzeitig an den vier aktuellsten Kunstwerken freuen.

MICHAEL HUG

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